Im Anschluss hat OTL Helmut Wegscheider (Presseoffizier GebJgBtl 232) seine Eindrücke
niedergeschrieben:
Ruhpolding (hw) – Lange ist es schon her, dass in Ruhpolding ein feierliches Gelöbnis stattfand, doch nun war es wieder so weit. Die insgesamt 218 Rekruten der beiden Gebirgsjägerbataillone 231 aus Bad Reichenhall und 232 aus Bischofswiesen gelobten der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Erstmals konnten die jungen Soldaten am Ruhpoldinger Kurpark ihren Eid auf das Grundgesetz leisten. Oberstleutnant Mike Zimmermann, Kommandeur der Reichenhaller Jager, sprach von einem ganz besonderen Ereignis bei der Patengemeinde der 5. Kompanie des GebJgBtl 231.
Viele Eltern aus nah und fern waren gekommen, um ihre Söhne und Töchter bei diesem Gelöbnis zu begleiten, das musikalisch umrahmt wurde vom Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr aus Garmisch-Partenkirchen. Aber auch viele geladene Gäste aus Politik und Gesellschaft waren vor Ort, darunter einige Bürgermeister der umliegenden Gemeinden sowie Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung aus Bad Reichenhall.
Gebirgsjäger in den Bergen beheimatet
Ruhpoldings Rathauschef und ‚Hausherr‘ Justus Pfeifer dankte den jungen Soldaten für deren Entscheidung Gebirgsjäger zu werden. „Dies ist für Sie ein besonderer Moment. Heute geben Sie ein Versprechen ab, das weit über Worte hinaus geht. Sie erklären ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – im Dienst an unserem Land und an unserer Gesellschaft. Das verdient unseren höchsten Respekt und unsere Anerkennung“, brachte es der Bürgermeister auf den Punkt. Pfeifer nannte die Patenschaft zur 5. Kompanie ein enges Band zum Gebirgsjägerbataillon 231 mit Vertrauen, Respekt und echter Verbundenheit. Gemeinsam wird das Miteinander hoch gehalten durch Übungen im Bereich der Eishalle, Schwimmbad und Turnhalle im Sinne realitätsnaher Übungsszenarien. „Ich bin stolz auf dieses Gelöbnis hier in Ruhpolding, denn das zeigt auch die Zusammengehörigkeit von Bundeswehr und Gesellschaft mit dem Dienst in den Streitkräften“. Laut Pfeifer verlangt dieses Bekenntnis Mut, Charakter, Loyalität und Verantwortung.
Mit Herausforderungen gewachsen – Kameradschaft erfahren
Der Rekrutensprecher Jäger Alexander B. nannte in seiner Rede die persönlichen Erfahrungen in den ersten Wochen der Bundeswehr. „Eigentlich wollte ich nach der Schule zur Bundeswehr, doch dann habe ich vorab eine Ausbildung gemacht und bin dann erst zu den Gebirgsjägern gekommen “. Die Entscheidung für den Dienst im Gebirge verdeutlichte er mit der Ski- und Kletterausbildung, sowie dem Dienst im schwierigen Gelände. „Ich wollte mich selbst fördern und erfahren, wie man unter mentaler und körperlicher Belastung und Stresssituationen weiter Leistung bringen kann“. Die Ausbildung bei den Gebirgsjägern bedeutet aus seiner Sicht schon eine große Umstellung, doch durch die gelebte Kameradschaft, bei der alle gemeinsam das Ziel vor Augen haben, schafft man das alles.
„Es hat uns zusammengeschweißt in der Gruppe und man lernt viel fürs Leben“, ist Jäger Alexander überzeugt. „Die Grundausbildung ist fordernd, aber sinnvoll“. Abschließend dankte er den Ausbildern für die Geduld und deren Engagement und vor allem den Eltern, Familien und Freunden für die Unterstützung und aufmunternden Worten.
Bundeswehr in der Gesellschaft sichtbar machen
Oberstleutnant Zimmermann ging zu Beginn seiner Rede auf die vielen Freunde und Angehörigen der Soldaten ein. „Mit ihrer Anwesenheit unterstreichen Sie die Besonderheit dieses Gelöbnisses und zeigen einen Ausdruck der persönlichen Wertschätzung für die Integration der Bundeswehr in der Gesellschaft“. Was bedeutet Dienen? Bei der Beantwortung dieser Frage ging der Kommandeur mit drei Punkten auf unsere Demokratie, den Rechtsstaates und unsere Verfassung ein. Erstens verteidigen die Soldaten unser Land und unsere Werte mit hoher Professionalität und großem Einsatz und handeln stets als Staatsbürger in Uniform. Zweitens dienen wir unserer Heimat, in der wir aufgewachsen sind und unterstützen die Gemeinschaft durch ein gemeinsames Miteinander im Sinne einer gelebten Verbundenheit. Und drittens dienen wir der Kameradschaft, denn jeder von uns ist Teil einer Kampfgemeinschaft, die auf gegenseitiges Vertrauen baut. „Die Kameradschaft ist das Fundament jeder Armee und gibt Kraft und Halt untereinander“, brachte es OTL Zimmermann auf den Punkt. „Dort weitermachen, wo andere aufhören“, ist das Motto der Gebirgstruppe und das oftmals unter schwierigen Bedingungen. „Sie haben eine Entscheidung getroffen, die unser Land stärker macht und die Ihnen Ehre bringt“, gab der Kommandeur den Rekruten mit auf den Weg.
Eid auf die Fahne
Mit dem ‚Bayerischen Militärgebet‘ vom Gebirgsmusikkorps wurde der Eid der Soldaten eingeleitet. Mit der Hand auf den Truppenfahnen und dem feierlichen Gelöbnis legten die Rekruten ihren Eid ab, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen‘. Mit der Bayernhymne und der Nationalhymne wurde dieses Feierliche Gelöbnis gebührend abgeschlossen.
Für geladene Gäste gab es im Anschluss noch einen Empfang im Almstadl am Kurpark, bei dem die Ehrengäste dieses sicher im Gedächtnis bleibende Ereignis noch ausgiebig Revue passieren lassen konnten. OTL Zimmermann überreichte den beiden am weitest angereisten Familien noch ein Geschenk, damit die Familie Then aus Hamburg (915 km, GebJgBtl 231) und die Familie Nunez aus Geschendorf in Schleswig-Holstein (985 km, GebJgBtl 232) diesen Tag noch lange in Erinnerung behalten werden.
Bild Abordnung 232: Nach dem Ablegen des Eides der Soldaten des Gebirgsjägerbataillons
232 gratulierten Kommandeur OTL Marc Nolte aus Bischofswiesen (rechts neben der Fahne)
und der Vorsitzende der Gebirgsjägerkameradschaft 232 OStFw a.D. Gerd Schelble den
Rekruten bei der Truppenfahne.
Bild Fahnen: Beide Fahnenabordnungen der Gebirgsjägerbataillone 231 aus Bad
Reichenhall (li.) und 232 aus Bischofswiesen/Strub waren zum Feierlichen Gelöbnis in
Ruhpolding vor Ort.
Bild Rekrutensprecher: Rekrutensprecher Jäger Alexander B. ließ Besucher und Soldaten
wissen, dass Kameradschaft bei der Bundeswehr großgeschrieben wird und man sich
gegenseitig hilft, wenn körperliche und mentale Belastung groß wird.
OTL Helmut Wegscheider
(Foto: Wegscheider und Schelble)