Im Anschluss hat OTL Helmut Wegscheider (Presseoffizier GebJgBtl 232) seine Eindrücke niedergeschrieben:
Bischofswiesen (hw) – Vor 20 Jahren waren die Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232
aus Bischofswiesen und die Jäger des Kärntner Jägerbataillons 26 aus Spittal an der Drau gemeinsam im Kosovo Einsatz und Beziehung untereinander war von Beginn an vielversprechend. Daher verständigten sich der damalige Kommandeur der Struber Jager, Oberstleutnant Alexander Sollfrank und der Kommandant der österreichischen Hochgebirgsjäger, Oberst Kury darauf, eine Patenschaft zwischen beiden Ländern einzugehen. Diese wurde durch viele gemeinsame Veranstaltungen bekräftigt und aus militärischen Partnern wurden mittlerweile Freunde. Nun gab es am Standort Strub den 20. Jahrestag dieser innigen Beziehung und eine feierliche Veranstaltung, bei der eine große Abordnung aus Kärnten vor Ort war und mit dem gesamten Bataillon auf dem Sportplatz die Antrete Formation bildete. Der Kommandeur der Struber Jager, Oberstleutnant Nolte, bezeichnete diese zwanzigjährige Freundschaft nicht nur als Verbundenheit zwischen Deutschland und Österreich, sondern als gelebte Kameradschaft, die ein sichtbares Zeichen ist, dass Vertrauen und ein gesundes Miteinander, mit ein Grundstein, sind für eine funktionierende Partnerschaft. „Es ist eine Freundschaft, die nicht auf Verpflichtung beruht, sondern auf Freiwilligkeit, nicht auf Vorschriften, sondern auf gegenseitigen Respekt und vor allem nicht auf Formalitäten, sondern auf gelebte Kameradschaft“, wie es OTL Nolte bezeichnenderweise ausdrückte. Er bezog sich dabei auf die österreichische Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach, die einmal schrieb: “Freundschaft ist die Verbindung der Seelen.”
Viele gemeinsame Unternehmungen
In seiner Ansprache ging der Kommandeur der Struber Jager auch auf die vielen gemeinsamen Unternehmungen ein, die die jeweiligen Gebirgsjägersoldaten zusammen erlebt haben, sei es ein einfaches Gespräch, die herzlichen Empfänge, zu denen man sich gegenseitig einlädt, die gemeinsamen Stunden auf Ski oder auch nur gemütliche gesellige Abende. Bei vielen feiern werden zwar Uniformen getragen, aber Rang und Dienstgrad ist dabei von sekundärer Bedeutung. „Im Mittelpunkt steht der Mensch und gerade darin liegt die besondere Stärke unserer Partnerschaft“, brachte es Marc Nolte auf den Punkt. Die jeweiligen Kommandeure haben zwar damals den Grundstein gelegt, doch getragen und gestärkt wurde diese einmalige Partnerschaft von den Soldaten, wobei Deutschland und Österreich weit mehr als die gemeinsame Sprache verbindet. „Es ist die Geschichte, die Kultur, der Alpenraum, aber ganz besonders verbindet uns die Haltung der Gebirgssoldaten, denn wer in den Bergen seinen Dienst tut, weiß, dass der Berg Charakter verlangt, Verlässlichkeit, Demut und vor allem Kameradschaft“. Die beiden Bataillone verbindet mehr als geographische Nähe, es ist ein gemeinsames Verständnis vom Soldatenberuf in einer Gegend, zu der Vertrauen, Kameradschaft und gegenseitiger Respekt gehören mit den Tugenden Mut, Ausdauer, Besonnenheit und Verlässlichkeit.
Dies ist im Berchtesgadener Land besonders ausgeprägt auch bei den Soldaten, die hier ausgebildet werden zwischen Watzmann, Hochkalter und Untersberg. OTL Marc Nolte ist stolz auf diese zwanzigjährige Partnerschaft, die gelebt wird und zu der die Unteroffiziere einen großen Teil dazu beigetragen haben. Menschen sind aufeinander zugegangen und haben mit Offenheit und Herzlichkeit dieses Miteinander gestärkt. So sieht es auch der Kommandant des Jägerbataillons 26, Oberst Udo Hofer. „Unter Gebirgssoldaten entstehen besondere Bindungen und diese Partnerschaft, die vor 20 Jahren geschlossen wurde, gewinnt in einer Zeit wachsender politischer Herausforderungen eine besondere Bedeutung. Zusammenarbeit beginnt nicht erst im Einsatz, sondern durch persönliche Begebungen, gegenseitige Wertschätzung und gemeinsames Erleben.
Möge unsere Verbindung auch künftig von jenem Geist getragen werden, der Gebirgssoldaten seit jeher auszeichnet: Pflichtbewusstsein, Bescheidenheit, Mut und der feste Wille, gemeinsam jedes Ziel zu erreichen“, ist Hofers Überzeugung. Die gelebte Freundschaft soll auch in Zukunft fortgesetzt werden im Sinne unserer Vorgänger und im Sinne der Nachfolger und im Sinne eines friedlichen Europas, in dem starke Partnerschaften ihren unverzichtbaren und gemeinsamen Beitrag leisten. Oberst Hofer schloss mit den Worten: „Es lebe die deutsch-österreichische Gebirgstruppe“. Am Ende des Antretens wurden die gegenseitigen Geschenke für die 20 jährige Partnerschaft überreicht, ehe es zum gemütlichen Teil mit Grillen und Getränken überging. Bild Antreten: Das Gebirgsjägerbataillon trat zusammen mit einer Abordnung des Jägerbataillons 26 aus Spittal an der Drau auf dem Struber Sportplatz an.
Bild Bergkristall: Der Kommandant des Jägerbataillons 26 aus Spittal an der Drau, Oberst Hofer (rechts), überreichte an Oberstleutnant Marc Nolte, Kommandeur der Struber Jager einen Bergkristall, der sicher einen gebührenden Platz im Bataillon einnehmen wird. Bild Wappen: Am Ende des Antretens und der feierlichen Reden wurden die Wappen der beiden Bataillone ausgetauscht. Von links der Kommandeur der Struber Jager, Oberstleutnant Marc Nolte, der Kommandant des Jägerbataillons 26 aus Spittal an der Drau, Oberst Hofer und der Vorsitzende des Unteroffizierskorps aus der Strub, Oberstabsfeldwebel Marco Zimpel. Bild AUT: Die österreichischen Kameraden aus Spittal waren mit angetreten beim Appell zusammen mit der Fahne der Gebirgsjägerkameradschaft 232.
OTL Helmut Wegscheider
(Foto: Wegscheider)